Evelin Knöpfel und Riana Fässler tauchen momentan in die Arbeitswelt der anderen ein. Ihre Lehrbetriebe, die Goldener Mode AG in Appenzell und die zubischuhe.ch AG in Herisau, ermöglichen je einer angehenden Detailhandelsfachfrau aus beiden Betrieben einen zweiwöchigen Austausch.
«Bei zubi.swiss geht man bei den Beratungen vertieft auf die Produktfunktionen ein, während es bei uns in erster Linie um die Mode und Optik geht», antwortet Evelin Knöpfel gefragt nach den grössten Unterschieden zu ihrem Lehrbetrieb, der Goldener Mode AG, verglichen zu ihrem aktuellen Arbeitsort bei der zubischuhe.ch AG. Die 17-Jährige und ihre Berufskollegin Riana Fässler sind die ersten beiden Auszubildenden, die am Pilotversuch ihrer Lehrbetriebe teilnehmen. Zwei Wochen lang heftet sich Evelin Knöpfel in Herisau an die Fersen von Riana Fässler und lernt dort die Abläufe und Unternehmensphilosophie der zubischuhe.ch AG kennen. Danach wird gewechselt und Riana, die kurz vor ihrem Lehrabschluss zur Detailhandelsfachfrau steht, schnuppert in die Welt der Goldener Mode AG hinein.
Die Idee dieses Austausches reifte im vergangenen Jahr im gemeinsamen Gespräch zwischen Thomas Zuberbühler und den Geschwistern Michi Goldener und Melanie Dähler-Goldener. Beide Familienunternehmen bilden seit Jahrzehnten erfolgreich junge Frauen und Männer zu eidgenössisch diplomierten Detailhandelsfachleuten aus. Ebenfalls gemein ist den Firmen die Fokussierung auf eine hohe Beratungskompetenz. «Mit diesem Lernenden-Austausch möchten wir unseren engagierten Auszubildenden einen zusätzlichen Anreiz bieten, der ihnen die Vielschichtigkeit und Attraktivität des Berufes und der Branche verdeutlicht», fasst Thomas Zuberbühler den Grundgedanken hinter diesem Projekt zusammen. Melanie Dähler-Goldener ergänzt: «Der Austausch-Monat soll eine Motivation für aktuelle und künftige Verkaufstalente sein, der mit einem Zertifikat für ihren Lebenslauf honoriert wird.» Ihre Erfahrungen, Erlebnisse und ihr Resümee fasst das Duo in einem Videotagebuch zusammen, das auf den jeweiligen digitalen Kanälen der beiden Lehrbetriebe veröffentlicht wird.
«Da Evelin im zweiten Lehrjahr und ich im dritten bin, hatten wir bisher keine grossen Berührungspunkte. Nichtsdestotrotz hat unsere Zusammenarbeit vom ersten Tag an gematcht», freut sich Riana Fässler. Die 18-jährige Appenzellerin bemüht sich nach Kräften, dass sie ihrer Kollegin aus Urnäsch zahlreiche Facetten ihres Arbeitsalltages zeigen kann. Evelin Knöpfel stellt dabei fest, dass vieles ähnlich abläuft wie bei der Goldener Mode AG. Der grosse Unterschied macht sie bei den Beratungen aus: «Ein Verkaufsgespräch für Wanderschuhe setzt viel mehr Informationen voraus, die ich der Kundin oder dem Kunden vorab entlocken muss, als dies bei einem modischen Outfit der Fall ist, wo in erster Linie die Optik die Produktwahl beeinflusst.» Beide Arten von Beratungen haben für die angehenden Detailhandelsfachfrauen ihren Reiz, ist doch hüben wie drüben dieselbe Kernkompetenz gefragt: «Detailhandelsfachleute sollten in erster Linie Menschen mögen und kommunikativ sein. Ich finde es immer wieder aufs Neue spannend, herauszufinden, wie ich auf die unterschiedlichen Charakteren und Ansprüche am besten eingehen kann», so Riana Fässler.